Neonazis ziehen wieder durch Altenburg
Altenburger Bündnis gegen Rechtsextremismus erwidert Aufmarsch mit 100 Müllkübeln
Altenburg (jr). Etwa 190 rechtsextremistische Demonstranten zogen gestern Abend durch Altenburg. Die Teilnehmer hatten sich am Bahnhof versammelt und zogen am Theater vorbei bis zum Markt, um dort eine etwa halbstündige, als NPD-Wahlkampfveranstaltung getarnte Kundgebung abzuhalten. Der Aufzug wurde durch ein massives Polizeiaufgebot begleitet. Im Schlepptau der Demonstranten befand sich ein ausgemusterter und zur Beschallung umgerüsteter Gerätewagen des Technischen Hilfswerks (THW). Thüringens THW-Vertreter für Altenburg, Fritz Helge Voß, bezeichnete es als im höchsten Maße ärgerlich, dass durch diese Aktion das Technische Hilfswerk in Verbindung mit dem NPD-Wahlkampf gebracht werde. „Wir würden so etwas nie unterstützen“, sagte Voß der OVZ. Das Altenburger Bündnis gegen Rechtsextremismus erwiderte den Neonazi-Aufmarsch mit 100 schwarzen Müllkübeln. Einige Bündnis-Mitgliedern schlugen als Protest gegen den Aufmarsch lautstark die Deckel zu. Auf den Behältern stand „Weg mit dem braunen Mist. Rechtsextremismus ist keine Lösung“. „Das ist unser Zeichen, dass Altenburg diesen braunen Müll nicht haben will“, sagte Stephan Riechel als Vertreter des Aktionsbündnisses der OVZ. Einige der Tonnen wurden von den Demonstranten umgestoßen. Mit dieser Aktion hätten die Neonazis bewiesen, dass sie genau das sind, was sie angeblich nicht sein möchten, nämlich gewaltbereite Undemokraten, sagte Riechel. Er kündigte Strafanzeige wegen der mutwilligen Beschädigung der von ihm als Kunstwerk bezeichneten Aufbauten an. Die Polizei registrierte während Veranstaltung keine Zwischenfälle. Man habe lediglich einige Personalien festgestellt, sagte der Leiter der Polizeiinspektion, Michael Zimmermann. Der Zug hatte sich gegen 19.50 Uhr wieder vom Markt entfernt und zog zurück zum Bahnhof. Dort hatten sich die Rechtsextremisten gegen 18 Uhr versammelt. Ein heftiger Regenguss trieb den Aufmarsch allerdings auseinander. Die Demonstration soll an einen Vorfall vom 17. August 2005 erinnern, als ein Neonazis von einer Polizeikugel verletzt wurde, als er Plakate klebte und flüchtete.
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 26. August 2009 um 13:20 Uhr |
Aktion gegen Rechtsrockfestival Altenburg/Pößneck. Sieben Wochen vor der in Pößneck geplanten NPD-Veranstaltung "Fest der Völker" werden Gegenaktionen vorbereitet. Die Kontakt- und Koordinierungsstelle gegen politischen Extremismus (KuK) sowie das Bündnis "ABGemeinsam gegen Rechts" organisieren für den 12. September einen Bus nach Pößneck. Vergangenes Jahr fand das "Fest der Völker" in Altenburg statt - 2.000 Menschen protestierten gegen den Aufmarsch der Rechten. Anmeldungen sind bis 9. September unter 03447/894985 oder
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möglich. |
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 29. Juli 2009 um 11:22 Uhr |
Rätselhafter AngriffNach Vorfall in Jugendtreff ermittelt nun die Kripo Altenburg. Drei Wochen nach einem gewaltsamen Zwischenfall im alternativen Jugendtreff auf den Röhren sind die Ermittlungen in eine neue Runde gegangen. Wie Frank Hummel von der Polizeiinspektion Altenburger Land auf OVZ-Nachfrage berichtete, wurde der Fall an die Kripo abgegeben. Hintergrund seien „neue Erkenntnisse, die weitere Ermittlungen notwendig machen.“ Der Zwischenfall hatte sich in der Nacht nach Christi Himmelfahrt ereignet (OVZ berichtete). Der Jugendtreff nahe des Pauritzer Teiches soll von einer Gruppe Neonazis überfallen worden sein, die auf Besucher einprügelten und Teile der Einrichtung zerstörten. Nach ersten Ermittlungen berichtete die Polizei allerdings von widersprüchlichen Zeugenaussagen. Das es sich bei den Eindringlingen um mehr als drei Personen gehandelt hat, bestätigte demnach zunächst nicht – auch nicht, dass es Neonazis waren. Weitere anfängliche Ereignisse: Es gab keinen Verletzten, noch nicht mal eine Strafanzeige. Die Kontakt- und Koordinierungsstelle gegen politischen Extremismus (KuK) legte am Donnerstag allerdings mit einer Stellungnahme nach, in der „eigene Recherchen der KuK“ angeführt werden. Demnach seien insgesamt sechs Personen, die anhand strafrechtlich verbotener Symbolik der rechtsextremen Szene eindeutig als Neonazis erkennbar gewesen sein sollen, gegen 1.45 Uhr in den Jugendtreff eingedrungen. Einer der etwa zehn bis 15 Jugendlichen im Haus sei im Obergeschoss brutal angegriffen worden, so die Darstellung der KuK. Ein anderer sei im Treppenhaus von zwei Angreifern am Kopf verletzt worden. Gegen 2 Uhr sei dann die Polizei gerufen worden, die jedoch nur drei der Täter habe dingfest machen können. Das Fazit von KuK - Koordinatorin Mareike Neumann: „ Insgesamt wurden bei dem Überfall drei Besucher verletzt. Einer musste in den folgenden Tagen ärztlich behandelt werden und hat eine Anzeige erstattet. Neben Körperverletzung kam es zu Sachbeschädigungen. Unter anderem wurden ein Kicker, ein Stromkasten, ein Türrahmen und eine Lampe beschädigt“. Unverständlich sei, „weslhalb den Augenzeugenberichten, wonach die Täter eindeutig als Neonazis identifiziert werden können, nicht geglaubt wird.“ Der Leiter der Polizei-Ermittlungsgruppe, Frank Hummel, sagte gestern gegenüber OVZ, es sei „nicht auszuschließen, dass es Neonazis waren.“ Allerdings gebe es nach wie vor gravierende Widersprüche in den Zeugenaussagen. Auch Kripo-Chef Rüdiger Ruge betonte: „Die Sichtweise sollte nicht einseitig erfolgen. Das Verfahren ist weiter bearbeitet worden, die Ermittlungen sind sehr fortgeschritten.“ Welche neuen Erkenntnisse allerdings vorliegen, darüber konnte Ruge gestern keine Auskunft geben. |
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, 19. Juni 2009 um 11:07 Uhr |
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07.06.2009 Osterland Sonntag |
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Rubrick Sonntagsfrühstück: Heute Mareike Neumann (Koordinatorin der KuK) „Nur gemeinsam zum Erfolg“ Die ersten 100 Tage liegen längst hinter ihr – und vorzuweisen hat Mareike Neumann inzwischen schon etliches. Seit 1. Februar arbeitet sie als Koordinatorin der Kontakt- und Koordinierungsstelle gegen politischen Extremismus im Altenburger Land, kurz KuK genannt. Deren Ziel ist es, die demokratische Kultur im Altenburger Land zu stärken, gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz zu fördern, über politischen Extremismus aufzuklären sowie bürgerschaftliches Engagement für die Stärkung der Demokratie zu fördern.
In erster Linie war es zunächst einmal „Lobbyarbeit“, die in den zurückliegenden Wochen Mareike Neumanns Alltag bestimmte. Die Anliegen der KuK öffentlich zu machen, Kontakte zu knüpfen, Netzwerke aufzubauen. Nach der von Blitzlichtgewitter begleiteten offiziellen Amtseinführung und Eröffnung der Anlaufstelle im Gebäude der „Roten Zora“ am Großen Teich, zu der sogar Thüringens Innenminister Manfred Scherer höchstpersönlich erschien, begannen die „Mühen der Ebene“. Mareike Neumann suchte das Gespräch mit Jugendeinrichtungen, Schulen, Polizei, Parteien und Vereinen. „Überall bin ich sehr freundlich empfangen worden, und das Anliegen der KuK stieß allerorten auf großes Interesse.“ Ebenso seien erste Projekte wie die „Respekt-Aktion“ in zwei Altenburger Berufsschulen oder Vortragsangebote wie jüngst im „Goldenen Pflug“ in Zusammenarbeit mit MOBIT (Mobile Beratung in Thüringen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus) gut angenommen worden. Weiteres ist in Vorbereitung. „Es reizt mich auch, selbst Vorträge zu halten oder mit hiesigen Akteuren Projekte zu realisieren, vor allem aber sehe ich gegen-wärtig meine Hauptaufgabe darin, aufmerksam zu machen auf die vielfältigen Angebote, die es im Freistaat und bundesweit bereits gibt“, sagt die 28-Jährige. Viel mehr ist derzeit wohl kaum möglich, denn für die zunächst auf ein Jahr befristete (halbe) Stelle stehen Mareike Neumann an sich nur 20 Wochenstunden zur Verfügung. Die bei Weitem nicht ausreichen. Doch die Koordinatorin hängt gern noch einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit dran, ehrenamtlich – viel zu wichtig sind ihr die Themen. Ausgangspunkt für die Einrichtung der Kontaktstelle war das sogenannte „Fest der Völker“ im September 2008, als sich rund 1000 Rechtsextreme in Altenburg versammelten. Ein breites Protestbündnis formierte sich gegen diesen Aufmarsch mit dem Ziel, derlei künftig nicht noch einmal zuzulassen. Ein Stadtratsbeschluss stellte die Weichen, der Kreis steuert ebenfalls finanzielle Mittel bei, und beide fungieren seitdem als Träger der KuK. Einen Zuschuss für die Ausstattung des Büros gab es zudem in Form von Lottomitteln. In der aus Meerane stammenden Mareike Neumann fand sich eine junge Frau, die besonders geeignet für das avisierte Aufgabenfeld erscheint: „Nach dem Abitur und einem Freiwilligen sozialen Jahr studierte ich in Leipzig Afrikanistik und Soziologie. Dabei habe ich viel über Rassismus gelernt und gleichermaßen die Fähigkeit erworben, komplexe soziale Phänomene zu analysieren und Schlussfolgerungen zu ziehen.“ Der Magisterprüfung folgte ein Aufbaustudienjahr, das unsere Gesprächs-partnerin in die „Geheimnisse“ des Projektmanagements einführte. Auch dies kann sie nun bestens gebrauchen – gerade arbeitet sie gemeinsam mit einem Designer an der Fertigstellung der KuKWebseite, die ab Mitte des Monats unter www.kuk-altenburg.de im Netz stehen soll. „Dort finden Interessierte neben aktuellen Hinweisen zu Veranstaltungsangeboten umfassende Aussagen zu den Aufgaben und Zielen der KuK. Die Nutzer können sich detailliert zu rechtsextremen Aktivitäten im Altenburger Land informieren, um sich gegen sie zu wappnen und Zusammenhänge zu durchschauen. Literaturhinweise und eine Linksammlung komplettieren das Angebot.“ Eine Plattform, die sich sowohl an die Hauptzielgruppe Schüler und Jugendliche richtet, die in puncto Beeinflussung am gefährdetsten erscheinen, aber ebenso an Pädagogen und Sozialarbeiter, die Rüstzeug brauchen, mit dem Gedankengut und Handeln ihrer Schützlinge umzugehen. „Der Erfolg der KuK hängt davon ab, dass sich möglichst viele einbringen. Nur gemeinsam können wir gegen jede Form von Demokratiegefährdung vorgehen. Daher rufe ich dazu auf, Kontakt zu mir aufzunehmen, damit wir Potenzial bündeln – alleine kann ich wenig ausrichten.“ Ralf Miehle
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Kontaktstelle unterstützt „Respekt-Aktion“ Am 12. und 13. Mai werden an Altenburger Berufsschulen CDs gegen Rechts verteilt Altenburg. Die Kontakt- und Koordinierungsstelle gegen politischen Extremismus im Altenburger Land (KuK) unterstützt die sogenannte Respekt-Aktion. Diese ist eine Initiative von MDR Sputnik, namhaften Musikern und vielen weiteren Partnern, mit dem Ziel, eine offene, respektvolle und demokratische Gesellschaft in Mitteldeutschland zu fördern. Dazu findet eine Aktionswoche vom 8. bis 15. Mai statt, in der die Verteilung der Respekt-CD an Berufsschulen erfolgen soll. Kernstück der Aktion ist die Respekt-CD, die als Antwort auf die Schulhof-CD der NPD konzipiert wurde. Inhalt der CD sind 13 Lieder namhafter Künstler, wie Samy Deluxe, Jan Delay, Mia, Clueso oder Polarkreis 18, die sich mit ihren Liedbeiträgen klar gegen Intoleranz, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit positionieren. Die Verteilung der CD unterstützt die KuK am 12. Mai in der Johann-Friedrich-Pierer-Schule sowie am 13. Mai in der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft und Soziales. In beiden Schulen wird die Kontaktstelle zudem mit einem Informationsstand in der Mittagspause Materialien zum Thema Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für interessierte Schüler zur Verfügung stellen. |
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